Provence 2018

Die Reiseteilnehmer ließen es sich nicht nehmen, die Provence während der Nachsaison kennenzulernen. Hat diese Zeit doch den Vorteil, dass die großen Touristenströme vorüber, die Ferienzeit vorbei und die Temperaturen schon angenehmer sind, für uns Vorarlberger herrscht aber vergleichsweise immer noch Sommer mit angenehmen Nachttemperaturen.

1.Tag (Sa), 01.09.2018Vorarlberg - Aix-en-Provence

Die Anreise mit unserm Busfahrer Jakob verlief angenehm über Italien entlang der „Blumenautobahn“ an der ligurischen Küste. Einzig vor der französischen Grenze gab es eine Verzögerung und dann im Gebiet von Cannes gerieten wir in einen Platzregen – der einzige Regen während unserer ganzen Reise.
Mit dem Mont St. Victoire im klaren Abendlicht, einem von Cezannes Lieblingsmotiven, begrüßte uns unser Stützpunkt Aix-en-Provence und wir konnten mit Freude feststellen, dass das Hotel Saint Christophe an der besten Adresse lag, am Cours Mirabeau, der Prachtallee von Aix. Nach der nötigen Erfrischung und dem Abendessen konnten wir noch den Markt am Cours Mirabeau besuchen, wo allerlei provenzalisches Kunsthandwerk und verschiedene Leckereien feilgeboten wurden.

2.Tag (So), 02.09.2018Cassis - Calaques - Aubagne

Ganz besonders gestaltete sich dieser Tag. Mit Cassis besuchten wir ein wunderschönes Hafenstädtchen unweit von Marseille am Meer gelegen, flankiert von bis zu 350 Meter hohen Klippen auf der einen Seite und den Calanques auf der anderen Seite. Mit einem Ausflugsboot befuhren wir diese Calanques, fjordartige Einschnitte in eine von Pinien bestandene Felsküste mit verträumten Buchten.
Der folgende Programmpunkt wurde zur Herausforderung für Jakob, hatte er doch auf der Panoramastraße, der „Route des Crêtes“, einige enge Kehren zu bewältigen. Die Fotostopps waren wunderbar, zum einen wegen der atemberaubenden Tiefblicke zum anderen wegen der interessanten Vegetation mit ihren Trockensträuchern wie kleinwüchsigen Steineichen, Rosmarin…
In Aubagne legten wir einen kurzen Mittagsstopp ein, bevor es zurück nach Aix ging. Dort hatten wir genug Zeit für eine Erkundung der Altstadt mit ihrer sehenswerten Kathedrale, den barocken Bürgerhäusern, den unzähligen Brunnen und den vielen Plätzen sowie den geschmackvollen Boutiquen. Der Rundgang diente der Orientierung, sodass jeder Teilnehmer in den folgenden Tagen auf eigene Faust die Altstadt erkunden konnte.
Aix mit seinen rund 150.000 Einwohnern ist überhaupt eine faszinierende und pulsierende Stadt, existiert sie doch schon seit der Römerzeit, ist sie die historische Hauptstadt der Provence und beherbergt sie heute 40.000 Studenten.

3.Tag (Mo), 03.09.2018Avignon - Roussillon – Senanque

Avignon, die Stadt der Päpste, weist eine malerische Altstadt auf. Vom Busparkplatz aus begleitete uns unsere deutsch sprechende Reiseführern zur Brücke von Avignon, der „Pont Saint-Bénézet“ und dann weiter zum Papstpalast. Wir erfuhren viel über das 14. Jahrhundert, die Zeit der Gegenpäpste in Avignon und auch über die Sitten und Gebräuche der Bewohner.
Weiter ging die Fahrt nach Roussillion, einem Ort idyllisch auf einem Hügel gelegen, der für seine Ockersteinbrüche bekannt ist. Der Ocker wurde und wird dort aus mit Eisenverbindungen versetztem tonhaltigem Gestein gewonnen und dient vor allem als Verputz, was dem Ortsbild einen besonderen Charme verleiht. Unsere Mittagspause verbrachten wir in einer der Crêperien oder einem der vielen Restaurants und dann hatten wir noch etwas Zeit für die netten Geschäfte mit Souvenirs oder Töpfereiwaren oder aber für die Galerien vor Ort.
Nun erwartete uns Senanque, eine romanische Zisterzienser – Abtei, mitten im Nirgendwo umgeben von Lavendelfeldern gelegen. Seit dem 12 Jahrhundert ist Sénanque ununterbrochen von Mönchen bewohnt und wegen seiner besonderen Ausstrahlung ist dieses Kloster ein sehr beliebtes Ziel von Besuchern. Etwa eine Stunde dauerte die Führung und danach konnte man im gut sortierten Museumsshop noch etwas schmökern.
Von Sénanque brachte uns Jakob zurück nach Aix.

4.Tag (Di), 04.09.2018Aix-en-Provence Musée Granet - Orange

Der erste Programmpunkt des Tages war der Pont du Gard, auch einer der Höhepunkte der Reise. Ein römisches Aquädukt überspannt hier in 49 Metern Höhe einen Fluss und steht seit beinahe 2000 Jahren. In einer bautechnischen Meisterleistung hatten die Römer eine 50 km lange Wasserleitung errichtet, die die Stadt Nîmes mit 20.000 qm Wasser pro Tag versorgte und das mit einem exakten Gefälle von 34cm auf einen Kilometer. Das antike Bauwerk ist äußerst beeindruckend und auch wunderschön gelegen, eingebettet in eine Landschaft mit ganz eigener Vegetation, die dem sehr trockenen Klima trotzt. Die gesamte Anlage ist sehr gepflegt und ein sehr interessantes Museum vermittelt Wissenswertes zur Römerzeit im Allgemeinen und zur Wassertechnik und dem Bauwerk selbst im Besonderen.
Die Mittagszeit verbrachten wir mit der Besichtigung des unglaublich gut erhaltenen römischen Theaters in Orange. Mit dem Audioguide konnte jeder für sich die großartige Anlage erkunden. Zu essen gab es dann in dem Städtchen und zum Dessert besichtigten wir schließlich noch den antiken Stadtgründungsbogen, bevor es zurück nach Aix ging.
Der spätere Nachmittag stand zur freien Verfügung oder man schloss sich wie die Hälfte der Teilnehmer mir an und besuchte das „Musée Granet“ mit seinen Gemäldesammlungen. Wieder lieferte ein Audioguide interessante Informationen zu den Exponaten, einige davon von Paul Cezanne, dem bekanntesten Künstler der Stadt. Er hatte, wie viele andere Künstler auch, das wunderbare Licht und die Intensität der Farben in der Provence in seinen Bildern verewigt.

5.Tag (Mi), 05.09.2018Moustiers-Sainte-Marie - Verdon - Valensole

Der erste und der letzte Tag unseres Aufenthalts in der Provence hielten die landschaftlichen Highlights bereit: Zuerst das Hafenstädtchen Cassis mit seinen hohen Klippen und dem türkisfarbenen Meer und nun zum Schluss sollten wir den zweitgrößten Canyon Europas sehen, die Verdonschlucht.
Doch zuvor machten wir noch Halt in Moustiers-Sainte-Marie, einem der malerischsten Dörfer Frankreichs, am Ende des Stausees „Lac de Sainte-Croix“ gelegen, unweit derVerdon- Schlucht verträumt in einen Berghang gebaut. Das Dorf selbst hält Galerien, Porzellangeschäfte, Souvenirläden und Shops mit provenzalischen Spezialitäten bereit und die Häuser, Boutiquen und Gassen sind wunderbar gepflegt und einfach romantisch. Oberhalb des Dorfes befindet sich die Wallfahrtskirche Notre Dame de Beauvoir, die über einen steilen nicht zu unterschätzenden Weg – teilweise glatt und rutschig – zu erreichen ist. Der schweißtreibende Aufstieg lohnt sich, denn das besondere Bauwerk liegt wirklich an einem sehr schönen Platz und der Ausblick ist grandios.
Nach der Mittagspause erwartete uns die Verdonschlucht. Nördlich des Flusses befuhren wir eine Panoramastraße, die uns zu einem Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Tiefblick brachte, wo der Canyon 600 Meter senkrecht zum Fluss abfällt. Auf dem Rückweg nach Aix besuchten wir dann schließlich Valensole mit seinen riesigen Lavendelfeldern, die allerdings schon abgeerntet waren. Interessantes und Wissenswertes erfuhren wir aber noch in einem Lavendelbetrieb, der Essenzen und allerlei Lavendelprodukte herstellt.
Zurück in Aix gab es wie an jedem vorangegangenen Abend ein dreigängiges Menü, das wirklich köstlich war – französische Küche vom Feinsten eben.

6.Tag (Do), 06.09.2018Aix-en-Provence - Vorarlberg

Über Genf brachte uns Jakob heute wieder sicher zurück ins Ländle.

Stephan Leitner