Bretagne & Normandie 2018

Zwei traumhafte Landschaften, die Sie schon bald lieben werden: Die Bretagne und die Normandie. Felsküsten und Heideflächen, verwitterte Kirchen und Kalvarienberge sind der Reiz der Bretagne. Romanische Dome, die tausendjährige Abtei Mont-Saint-Michel und die grüne wildromantische Landschaft zeichnen die Bretagne und die Normandie aus.

1.Tag (Sa), 17.08.2018Anreise - Orléans

Weit ist der Weg in die Bretagne, darum führte uns die erste Etappe über Zürich, Basel und durch das Burgund nach Orléans. Bevor wir allerdings unser Tagesziel erreichten, legten wir eine Pause in Vezelay ein. Klassifiziert als eines der „malerischsten Dörfer Frankreichs“ verfügt es zusätzlich über ein Weltkulturerbe: die romanische Basilika von Vezelay, die Maria Magdalena geweiht ist. Sie wurde errichtet auf geschichtsträchtigem Boden auf einer Höhenkuppe, wirkten hier doch schon Richard Löwenherz und Bernhard von Clairveaux. Nach der Besichtigung der Basilika tauchten wir noch kurz ein in den lebendigen Ort mit seinen Boutiquen und dem gerade stattfindenden Markt.
In Orléans beendeten wir den Tag noch damit, dass wir der riesigen Reiterstatue Johannas in der Altstadt einen Besuch abstatteten.

2.Tag (So), 18.08.2018Vitré - Romantik pur!

Weiter ging die Reise, hatten wir doch noch eine große Etappe vor uns bis Vannes am Golf von Morbihan. In Vitré verbrachten wir unsere Mittagspause. Die Festung war beeindruckend, doch vor allem die Gassen der Handwerkszünfte mit ihren Fachwerkhäusern, die bisweilen der Statik zu trotzen schienen, vermittelten ein romantisches Flair. Mit Vitré hatten wir die Bretagne erreicht und die ersten Schriftzüge „BREIZH“ tauchten in den Vitrinen und auf Autos auf, sie standen für das Selbstbewusstsein der Bretonen.
In Vannes schließlich bezogen wir das Hotel Oceania und genossen ein ausgezeichnetes Abendessen. Wenn man lebt „wie Gott in Frankreich“ ist das eben unverzichtbar. Ein Rundgang durch die schöne Altstadt rundete den Tag ab.

3.Tag (Mo), 19.08.2018Vannes - Carnac - Locmariaquer

In Carnac besuchten wir die Dolmen und Menhire, die eine unbekannte Kultur während der Jungsteinzeit hinterlassen hatte. Tonnenschwer stehen sie in der Landschaft, umgeben von Heidekraut und Erika.
Mit Quiberon erreichten wir eine Halbinsel, die vom Wind geformt wird. Über eine schmale Landbrücke erreicht man diese. Bäume ducken sich unter dem Wind und die Natur wird bestimmt von bewegtem Sand und wildromantischer Granitküste. Auf einem Fotostopp genossen wir das Geräusch der Brandung, pflückten Meerfenchel und atmeten die salzige Luft des Meeres.
Die Mittagspause verbrachten wir am Hafen von Vannes, bevor wir an Bord eines Ausflugsbootes gingen. Eine Rundfahrt führte uns durch den Golf von Morbihan, einem Binnenmeer mit einzigartiger Flora, begünstigt durch ein sehr wintermildes Kleinklima. Austernbänke und sehr viele Inseln bestimmen das Bild und der Tidenhub beträgt hier stolze 6 Meter, sodass die Fischerboote im nahen Locmariaquer während der Ebbe auf der Seite liegen. Hier hatte Julius Cäsar in einer Seeschlacht schon die Kelten besiegt.
Zurück ging es von Locmariaquer nach Vannes.

4.Tag (Di), 20.08.2018Quimper - Locronan - St. Thégonnec

In Pont-Aven machten wir den ersten Stopp des Tages. Paul Gauguin hatte hier eine Künstlerkommune gegründet und noch heute ist das Örtchen geprägt von Galerien und netten Geschäften.
Quimper mit seiner Kathedrale und seinen zahlreichen Geschäften lud uns zur Mittagspause. Manche nutzten die so typisch französische Markthalle zu einem Imbiss.
Mit Locronan erreichten wir wieder eines der „malerischsten Dörfer“ Frankreichs – zu Recht. Die alten Granit-Steinhäuser mit ihren Gärten voller riesiger Hortensienbüsche und Kameliensträucher, die die Größe von Bäumen erreichen. Die geschmackvollen Läden und Boutiquen und schließlich die spätgotische Kirche St. Ronan mit ihren farbigen Heiligenstatuen und einem wunderschönen Friedhof mit dem ersten „Calvaire“, machten den besonderen Reiz dieses Ortes aus.
Mit Saint Thégonnec beschlossen wir das Besichtigungsprogramm des Tages und hielten uns bei der dortigen Kirche im Pfarrbezirk auf. Der dortige „Calvaire“ war besonders eindrucksvoll, die Granitstatuen, die Szenen aus dem Kreuzweg darstellten, wirkten sehr lebendig.

5.Tag (Mi), 21.08.2018Halbinsel Crozon

Nach einer Nacht im Hotel „Europe“, einem altehrwürdigen Haus im Herzen von Morlaix, erreichten wir die Pont Terenez, eine gekrümmte Schrägseilbrücke, die eine Flussmündung überspannt. Beim Fotostopp überraschte uns eine Robbe, die plötzlich aus dem Wasser auftauchte und genüsslich einen Fisch verspeiste.
Weiter ging es auf die Halbinsel Crozon zur „Pointe des Espagnols“, einem strategisch wichtigen Punkt, an dem schon die Spanier eine Festung errichtet hatten und später dann die dt. Besatzer den Eingang zur Bucht von Brest mit Geschützen bewachten. Hier zeigte sich der Himmel wolkenverhangen und wir hatten die einzige Regenphase der Reise, auch an der Pointe de Penhir erlebten wir noch Wind, Nebel und ein wenig feinen Sprühregen. Die Mittagspause war dann in Morgat, einem Bade- und Fischerörtchen, wo man sich mit allerlei Meeresspezialitäten verwöhnen konnte.
Am Menez Hom, mit 330 m Höhe weithin die höchste Erhebung, erreichten wir einen besonders schönen Aussichtspunkt. Von dort ging es weiter zu den einzigartigen Granitblöcken im Wald von Huelgoat. Einen solchen etwa 50 Tonnen schweren Wackelstein-Koloss brachten wir in gemeinsamer Anstrengung zum Schwingen.
Das Essen im Hotel Oceania war spitze – was sich sicher auch den Umstand erklärt, dass die Küche eine Zertifizierung hatte, die Aufgetautes, in der Mikrowelle Gegrilltes und Ähnliches untersagte und stattdessen nur saisonale und frische Zutaten zubereitete.

6.Tag (Do), 22.08.2018Cap Fréhel - Mont St. Michel

Nun hieß es Abschied nehmen von Morlaix. Über das wildromantische Cap Frehel mit seinen Vogelfelsen und den impossanten Felsformationen aus rosa Granit fuhren wir in Richtung Saint Malo. Bevor wir diese Stadt mit ihrer beeindruckenden Hafenfestung erreichten, sperrte ein Damm die Mündung der Rance. Hier fuhren wir über das Gezeitenkraftwerk, das Strom für 200.000 Haushalte erzeugt. In St. Malo besuchten wir die Statue von Jacques Cartier, dem Entdecker und Pionier Kanadas und dann hieß es bummeln und einkehren in wundbarem Ambiente.
Den Abschluss und Höhepunkt des Tages bildete der Mont St. Michel mit seiner mittelalterlichen Abtei. 3 Millionen Besucher jährlich lockt dieser Fels im Ärmelkanal, der je nach Gezeiten immer wieder völlig vom Meer eingeschlossen wird. Über einen Damm fuhren wir mit dem Bus zum Fuß der Festung und dann ging es durch enge Gassen und Touristenströme empor zum Eingang der Abtei. Mit einem Audioguide konnte nun jeder im eigenen Tempo die Abtei erkunden. Beeindruckend war am Schluss die Veränderung der Umgebung. Man konnte beobachten, wie sich die Flut die schier endlosen scheinenden Sandflächen zurückeroberte – eine unglaubliche Kulisse!

7.Tag (Fr), 23.08.2018Colleville-sur-Mer - Rouen - Reims

Die erste Tageshälfte verbrachten wir bei Colleville-sur-Mer, wo sich die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 zugetragen hatte. Zuerst besichtigten wir Omaha- Beach, einen Strandabschnitt, den sich die Amerikaner unter enormen Verlusten erkämpft hatten. Dann ging es weiter zum Pointe-du-Hoc, wo massive Geschützstellungen der dt. Wehrmacht lagen. Noch heute ist das Gelände von Bombentrichtern übersät und den massiven Bauwerken sieht man es nicht an, dass sie vor über 70 Jahren ihre Funktion verloren. Im starken Kontrast zum historischen Kontext steht die Schönheit der Küste und der windumtosten Klippen.
Von den Überresten des 2. Weltkriegs führte uns die Route weiter nach Reims, auch einem der Highlights der Reise. Die Kathedrale von Reims ist eine der ganz besonderen in Frankreich, wurden doch hier die französischen Könige, beginnend mit Chlodwig, dem ersten christlichen König, gekrönt. Nach argen Zerstörungen während des 1. Weltkriegs wurde die Kathedrale wieder errichtet und nur noch wenige Fenster sind original erhalten wie die Rosette am Westportal. Dafür stammt ein berühmtes neues Kirchenfenster von Marc Chagall. Unsere späte Ankunft hatte den Vorteil, dass die Westfassade im Abendlicht erstrahlte.

8.Tag (Sa), 24.08.2018Reims - Heimreise

Nun hieß es nur noch die weite Heimfahrt antreten und dank Roman, unserem Chauffeur verlief auch diese sicher und ohne besondere Vorkommnisse.

Stephan Leitner